Noch mehr der Wahrheit verpflichtet. Vor Augen führen will das Theaterstück die schwer vorstellbare „Wannseekonferenz“. Geschichtlich möglichst präzise soll die Darstellung sein, deshalb wählte man Historiker als Protagonisten aus und keine Schauspieler. Von außen besehen eine gute Entscheidung, denn nun verantworten Wissenschaftler, die der geschichtlichen Wahrheit verpflichtet sind, jeden Satz und seine mimische oder gestische Auslegung.

Der Vorteil: Man kann dem faktischen Verlauf der Konferenz so nahe kommen wie möglich – ohne allerdings viele der Emotionen und Untertöne zu kennen, die auch das Eichmann-Protokoll über die Sitzung nicht verzeichnet.Noch am verdienstvollen Spielfilm „Der Untergang“ im Führer-Bunker hat gestört, dass die Schauspieler heutige sprachliche und gestische Kommunikationsformen einsetzten. Solche Kleinigkeiten verfälschen Atmosphären, wie sie in der realen Situation vorhanden gewesen sein mögen, bis zur Unglaubwürdigkeit. Ob der neue dokumentarische Annäherungsversuch es schafft, dieser Gefahr zu entgehen?

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Neue Osnabrücker Zeitung

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