TV-Star verteidigt den Präsidenten und sieht sich selbst als „Hofnarren“ und „Gesichtsvermieter“ – Für Geerkens den Nikolausball moderiert. Für Thomas Gottschalk ist die Affäre um Christian Wulff nur „ein großer Klamauk“. Man könne sich darüber „nur noch lustig machen oder aufregen“, sagt der TV-Entertainer im großen Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern. Für das Aufregen sei er mit seiner neuen Show aber nicht zuständig.

„Ich habe mich in der Rolle des Hofnarren immer sehr wohl gefühlt. Und der ist nah bei den Herrschenden. Den inzwischen berühmten Egon Geerkens kannte ich schon, da war der Herr Wulff ein Knabe. Ich habe für ihn damals den Nikolausball in Osnabrück moderiert. Und was auf dem Anrufbeantworter drauf war, weiß ich auch ziemlich genau. Soll heißen: Ich bin gut vernetzt.“Nachdem er die Moderation von „Wetten, dass..?“ abgegeben hat, wird Gottschalk am kommenden Montag seine neue Talkshow in der ARD starten. Wie er aktuelle Themen wie die Präsidentenaffäre aufzubereiten gedenkt, erklärt Gottschalk im stern folgendermaßen: „Ich bringe Stimmung in die Angelegenheit. Ich bin kein Journalist und kein Moralist.“ Er sei „von Beruf Gesichtsvermieter“. Zum Bundespräsidenten hat der 61-Jährige eine klare Meinung: „Wulff ist ein bisschen langweilig, aber nett. Sein Vorgänger war nur langweilig. Wir waren also schon einen Schritt weiter.“

Weniger verständnisvoll geht Gottschalk dagegen mit einigen Fernsehkollegen um. Bei Volksmusikmoderator Florian Silbereisen, den er in dem Interview zunächst „Silberschneider“ nennt, denke er immer, „das ist Fernsehsatire, und finde sie großartig. Aber ich befürchte, er meint es ernst“. Ein Kollege, vor dem der neue ARD-Talker den Hut zieht, ist Hape Kerkeling. Er glaube dennoch nicht, dass „Wetten, dass..?“ das Richtige für ihn gewesen wäre. „Sonst hätte er’s ja gemacht. Er ist mehr Entertainer als Moderator. Als Horst Schlämmer ist er ein Taliban, da weißt du nie, wann er welche Bombe zündet. Großartig. Aber als Hape ist er überqualifiziert für den seichten Show-Alltag.“

Zu schwierigen Nachfolgersuche sagt Gottschalk im stern: „Es war sicher nicht die beste Idee, ihn (Kerkeling) als Wunschkandidaten zu bezeichnen, bevor man seine Unterschrift hatte. Jetzt sieht alles andere wie die zweitbeste Lösung aus.“

Gottschalk bestreitet, dass er wie verschiedentlich kolportiert wurde, sechs Millionen Euro im Jahr für die neue Show erhalten würde. „Ich hätte es auch für vier gemacht, aber leider hat man die mir nicht angeboten, also mach ich’s für weniger“, sagt er in dem stern-Interview.

Pressekontakt:

stern-Redakteur

Hannes Ross

468 ad