Aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammt das älteste nicht-kirchliche Gebäude Zevens, das Königin-Christinen-Haus. Es ist nicht nur wegen seines Alters, sondern auch aufgrund seiner Bauweise eine Besonderheit. Die Grundstruktur war die eines niedersächsischen Bauernhauses mit Diele, Flett und Kammerfach. Als Gästehaus des Klosters oder als Sitz des Klosteramtmannes diente es repräsentativen Zwecken. Man brauchte also mehr Räume, „verdoppelte“ deshalb den eigentlichen Wohntrakt und baute ihn zweigeschossig. Komplett als Fachwerkbau errichtet, wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Giebel in reiner Ziegelausfertigung erneuert. Der Name des Hauses bezieht sich auf die schwedische Königin Christine (1626-1689).

Sie soll auf einer ihrer Reisen in Zeven Station gemacht und hier Quartier genommen haben. Seit 1986 ist das vollständig restaurierte Gebäude zu besichtigen. Die hinteren historischen Räume wurden in der ursprünglichen Farbgestaltung wiederhergestellt. Ein originaler Fensterstock mit Schuppendekor diente als Vorlage für die Gestaltung der Fenster. Im ehemaligen Dielenteil zeigt die STÄDTISCHE GALERIE in modern gestalteten Räumen wechselnde Kunstausstellungen. Sie hat sich inzwischen zu einem renommierten Forum für Kunst und Künstler aus dem Elbe-Weser-Raum entwickelt. Besonderheit des restaurierten Köinigin-Christinen-Hauses ist der ehemalige Heuboden: Er wurde zu einem Saal mit besonderer Atmosphäre umgestaltet, in dem regelmäßig Vorträge, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Eine Attraktion stellt seit 1998 die Sammlung WALTER KEMPOWSKI dar, die in 2 Räumen des historischen Teils zu sehen ist. Der bekannte und bedeutende Schriftsteller hat der Stadt Zeven Ausgaben seiner Bücher, versehen mit vielen kleinen persönlichen Erinnerungsstücken, Zeugnisse seines pädagogischen Wirkens als Lehrer sowie Objekte aus seinem Haus Kreienhoop zur Verfügung gestellt. Seit einigen Jahren dient das sogenannte Christinenzimmer, der repräsentativste Raum des historischen Teils, nicht nur der Besichtigung. Hier kann man – in stilvollem Rahmen – standesamtlich heiraten.

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Lindenstraße 11
27404 Zeven

Telefon: 04281/7971 oder 999800

ÖFFNUNGSZEITEN:
Donnerstag 14:30 bis 17:30 Uhr
Sonntag 14:30 bis 17:30 Uhr sowie nach Vereinbarung

Museum Kloster Zeven

Mittelpunkt und optisches Erkennungszeichen Zevens sind die letzten erhaltenen Gebäude der mächtigen mittelalterlichen Klosteranlage aus dem 12. Jahrhundert, die St. Viti-Kirche und das Museum Kloster Zeven. Das Museum ist donnerstags und sonntags von 14.30 – 17.30 Uhr geöffnet. Ein Gruppenbesuch lässt sich auch außerhalb dieser Zeiten vereinbaren (s. Angebote) Einen kleine Auswahl von Museumsthemen finden Sie hier. Im Museum selbst gibt es noch viel mehr zu sehen.

Zur Klostergeschichte

986 wurde Zeven zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit befand sich das Kloster im benachbarten Heeslingen. 1141 wurde es nach Zeven verlegt. Die Nonnen nahmen die Benediktinerregel an. Kirche und Klosteranlage entstanden in der Folgezeit. Sie waren dem heiligen Vitus geweiht und erhielten im Jahre 1231 Reliquien ihres Patrons von dem Kloster Corvey. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel das Kloster und seine Besitztümer an Schweden.

Bei den Renovierungsarbeiten wurden 1986 Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert entdeckt. Restauriert wurde die zweite von drei übereinanderliegenden Fassungen der Renaissancemalerei.

Romanisches Kreuzgratgewölbe

Eine Besonderheit im norddeutschen Raum ist der historische Keller. Das romanische Kreuzgratgewölbe aus Findlingen und rheinischem Tuffstein entstand im 12. Jahrhundert. Obwohl seine geheimnisvolle Atmosphäre heute eher an eine Krypta erinnert, diente er einst praktischen Zwecken. Hier wurden ursprünglich Vorräte aufbewahrt, in späteren Zeiten nutzte man den Raum als Gefängnis.

Heeslinger Münzschatz

Der Heeslinger Münzschatz wurde 1986 bei Bauarbeiten im Fußboden der Heeslinger Kirche entdeckt. Er umfasst 585 Silbermünzen aus 59 verschiedenen Münzstätten, die im Zeitraum zwischen 1433 und 1570 geprägt wurden. Wer diesen Schatz versteckt hat und aus welchem Grunde, ist unbekannt.

Zevener Porzellan

Das Zevener Porzellan stellt durch seinen ungewöhnlichen Produktionsort, aber vor allem durch seine formschöne und zu seiner Zeit hochmoderne Gestaltung im Stil des Art déco eine kulturelle und geschichtliche Besonderheit im gesamten norddeutschen Raum dar.

Die Zevener Porzellanfabrik stellte Kaffee- und Tee- sowie Mokkaservice her. Hinzu kommen Dosen und Vasen, die durch ihre extravagante Formensprache ins Auge fallen.

Seine Produktionsgeschichte dauerte nur fünf Jahre: Die Bremer Werra-Porzellanfabrik erwarb 1922 das Gebäude einer Kartoffelflockenfabrik in Zeven, um hier ein Zweigwerk einzurichten. Es wurden zwei Brennöfen gebaut und etwa 50 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Inflation wurde 1924 diese Zevener Porzellanmanufaktur weiterverkauft an die Geschäftsleute C. & E. Carstens, die bereits über Steingutfabriken und keramische Werke an anderen Orten verfügten.

Im Herbst 1927 brannte das Hauptgebäude mit den Brennöfen ab. Danach gelang es nicht, die nötigen Mittel aufzubringen, um die Fabrik wieder aufzubauen. Heute ist das Gebäude Teil des St.-Viti-Gymnasiums.

Hans MüIIer-Brauel gründete das erste Zevener Heimatmuseum

Das Obergeschoss des Museums ist im Großen und Ganzen dem Gedächtnis Hans Müller-Brauels (1867 – 1940) gewidmet. Der Zevener Heimatforscher, Vorgeschichtler, Schriftsteller und Fotograf gründete das erste „Zevener Heimatmuseum“, indem er im Jahre 1909 seine umfangreichen Sammlungen in seinem „Haus Sachsenheim“ der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Viele Sammlungsgegenstände im Museum stammen direkt aus seinem Nachlass, andere – wie ausgestellten Trachtenstücke – stehen in indirektem Zusammenhang mit ihm, da er sich besonders um den Erhalt und die Dokumentation volkskundlicher Gegenstände und bäuerlicher Gebräuche in der hiesigen Region kümmerte.

Museum Kloster Zeven für Kinder

Im Museum Kloster Zeven gibt es viel zu entdecken, z.B. einen über hundert Jahre alten Fotoapparat, eine alte Apotheke und einen 500 Jahre alten Schatz aus Silbertalern.

Im mittelalterlichen Gewölbekeller wurden vor 200 Jahren Diebe eingekerkert.

Im Vorgeschichtsraum kannst Du ausprobieren, wie die Menschen in der Steinzeit Getreide mahlten und Löcher in die Steine bohrten. Dies eignet sich auch gut für einen Besuch mit Deiner Klasse.

In den Sommerferien kannst Du als Geschichtsdetektiv das Museum in einer Schatzsuche erkunden. Während der Öffnungszeiten erhältst Du einen Bogen mit Suchaufgaben und kniffligen Fragen. Am Schluss kannst Du etwas aus der „süßen“ Schatztruhe gewinnen.

Angebote

Das Museum kann man nicht nur zu den regulären Öffnungszeiten besuchen. Für Gruppen lassen sich besondere Besichtigungstermine vereinbaren.

Für Schulklassen und Erwachsenengruppen bieten Museum Kloster Zeven und Königin-Christinen-Haus Führungen an. Hierbei können mit Themenschwerpunkten Unterrichtsinhalte vertieft und veranschaulicht werden.

Schülergruppen können das Mitmach-Museum nutzen oder bei einer Rallye das Museum erkunden. In den Sommerferien können Kinder am Ferienspaß teilnehmen. Bei der „Schatzsuche“ lernen sie anhand von Suchaufgaben ihr Museum besser kennen.

Der hinter dem Haus liegende Garten wurde in Anlehnung an einen barocken Hausgarten gestaltet. Die Skulpturen, die eigentlich in einen Barockgarten gehören, entstanden in zeitgenössischer Form 1993 in der Kunst-Werk-Schau und vermitteln einen Eindruck der n Bildhauerei im Elbe-Weser-Dreieck. So nehmen auch die Außenanlagen in vielfältiger Weise Bezug auf das dazugehörige Königin–Christinen-Haus und seine Geschichte. Haus und Garten sind ein „Kleinod“ inmitten der Stadt.

Klostergang 3
27404 Zeven

Tel.: 04281 / 999800
Fax: 04281 / 999803

ÖFFNUNGSZEITEN:
Donnerstag 14:30 bis 17:30 Uhr
Sonntag 14:30 bis 17:30 Uhr
sowie nach Vereinbarung

 

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