Ausstellung zum 10. DOCMA-Award in Zingst zeigt die Bilder der Wettbewerbsgewinner

NATÜRLICH!? - Schöner als wahr -    Naturbilder zwischen Fotografie und Montage

Den Sonderpreis Zingst erhielt der Schweizer John Wilhelm mit seinem Bild „Health Check“.

Im Zeitalter der digitalen Bildbearbeitung haben sich unsere Augen an makellose Fotografien gewöhnt. Können sich bei diesen Sehgewohnheiten (fast) unbearbeitete Original-Fotos überhaupt noch gegen am Computer geschönte oder erstellte Bilder behaupten? Das war die zentrale Frage beim diesjährigen DOCMA-Award zum Thema “NATÜRLICH!? – Schöner als wahr – Naturbilder zwischen Fotografie und Montage”. Die Ausstellung zum DOCMA-Award in Zingst zeigt, dass Original-Fotografien durchaus neben digital bearbeiteten Bildern bestehen können.

Beim zehnten DOCMA-Award, den Doc Baumanns Photoshop-Magazin für 2013 ausgeschrieben hatte, waren – anders als in den Jahren zuvor – alle Arten von digital erstellten Bildern erlaubt: Von unbearbeiteten Original-Fotografien über solche, die in der digitalen Dunkelkammer überarbeitet wurden und Fotomontagen oder digitale Gemälden bis hin zu in 3D-Programmen gerenderten Szenen. Es zählte nicht die Technik, sondern die Ästhetik bei der zentralen Frage: Können einfache Fotos, im perfekten Moment aufgenommen, mit aufwendig nachbearbeiteten Bildern beziehungsweise Fotomontagen oder rein am Computer entstanden Bildern mithalten?

Ob eine Berglandschaft im Morgennebel, ein mystischer Wald bei Nacht, springende Delfine, eine Affenfamilie im Dschungel oder die Makroaufnahme einer Blüte – das einzige alle Bildwerke verbindende Element war, dass es sich um eine Aufnahme oder Arbeit handelte, die sich dem Thema Natur zuordnen ließ. Ein weites Feld, das eine Vielzahl von Möglichkeiten zuließ. Dementsprechend hoch kletterte auch die Zahl der Teilnehmer und die der eingereichten Werke: Mehr als 500 Kreative reichten über 1.500 Arbeiten ein.

Die 18-köpfige Jury, die wie üblich zwei Tage in Klausur auf Schloss Rauischholzhausen bei Gießen tagte, stand in diesem Jahr vor einer besonderen Aufgabe. Die Juroren sahen nur die Bilder – sie wussten nicht, ob und in welchem Umfang ein Bild jeweils bearbeitet, montiert oder generiert war. Erst nachdem die Jury ihre Entscheidungen getroffen hatte, wurde die technische Seite der Entstehung enthüllt. Im Anschluss an die Fachjurierung erhielten die Mitglieder der fotocommunity.de eine Vorauswahl der Bilder zur Bewertung bei einem Publikumsvoting.

33 Bilder aus den Kategorien “Amateur”, “SemiProfi” und “Profi” konnte sich platzieren, zu etwa gleichen Anteilen Bildmontagen und zumeist leicht bearbeitete Originalbilder. Die Arbeiten der Preisträger werden in DOCMA, Ausgabe 53, sowie einer Ausstellung im Rahmen des Umweltfotofestivals “Horizonte Zingst” im Max Hünten Haus in Zingst vorgestellt. Die Ausstellung wird am 26. Mai um 10 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und läuft bis Ende Juni.

Die ersten Plätze in den verschiedenen Kategorien besetzten: Greta Schnall aus Obing mit “Herbst am See” (1. Platz Amateur), Franz Schuhmacher aus Ditzingen mit “Morgenlicht am Wasserfall” (1. Platz SemiProfis) und Martin Hilgenhöfer aus Dortmund mit “Letzte Reise” (1. Platz Profis). Den Sonderpreis Zingst erhielt der Schweizer John Wilhelm mit seinem Bild “Health Check” und Siegerin des Publikumsvoting der fotocommunity wurde die Wiesbadenerin Claudia Pelzer mit “Die Melkerin”. Eine Übersicht der Gewinnerbilder finden Sie unter folgendem Link: http://award.docma.info/die-gewinnerbilder/

Hintergrund dieses Themas ist die schon lange geführte Kontroverse, nach der sich jedes Naturbild in einem Spannungsfeld zwischen (wenigstens) zwei Polen befindet: Authentizität und Ästhetik. Weiß der Betrachter von einem Dokumentarfoto, dass es authentisch ist, ist er gerne bereit, ästhetische Abstriche zu machen. Bei einem Kunstwerk hingegen darf der Anspruch an Authentizität in den Hintergrund treten.
Beim diesjährigen DOCMA Award ging es um die Frage, was bei einem Bild mehr zählt: Die Kunst der Darstellung oder die vermeintliche Wahrheit? Wie unterscheidet sich rein ästhetisch die Fotografie einer Szene von einer Montage, auf der im Grunde dasselbe zu sehen ist? Zählt nur das sichtbare Ergebnis, unabhängig davon, wie es zustande gekommen ist? Verändert sich der Wert solcher Bilder trotz aller visuellen Ähnlichkeit und konzeptionellen Übereinstimmung?

Sponsoren und Partner des DOCMA Award 2013 sind:
Adobe, Datacolor, Durst, Epson, Fotolabor M, Fotolia, Hewlett-Packard, Horizonte Zingst, Maxxon, Nopar International, seen.by, Sunbounce, Tecco, Wacom

Hintergrund:
Den DOCMA Award gibt es seit 2002. Er wurde von der Zeitschrift “DOCMA – Doc Baumanns Magazin für Bildbearbeitung” als jährlicher Wettbewerb im mitteleuropäischen Raum zur Förderung digitaler Bildbearbeitung ins Leben gerufen. Gegründet wurde deutschlands führende Bildbearbeitungszeitschrift von den Photoshop-Experten Doc Baumann und Christoph Künne. Bisher erschienen 52 Hefte. Die beim DOCMA Award eingereichten Bilder werden von einer kompetenten Jury in einer zweitägigen Sitzung beurteilt; die besten Bilder präsentiert im DOCMA-Magazin sowie in mehreren Ausstellungen. Die erste Ausstellung zum DOCMA Award 2013 startet im Rahmen des Fotofestivals “Horizonte Zingst” im Mai 2013 in Zingst.

Bisherige Award-Themen waren:
(2003) Bildelement Ei, (2004) Gefälschte UFO-Fotos, (2005) Mischwesen,
(2006) Perspektive 2030, (2007) Großes klein – Kleines groß, (2008) Gesichtspunkte, (2010)Digitale Bildfälschungen, (2011) Digitale Karikaturen, (2012) Vorsicht: Warnhinweise!

Bildrechte: John Wilhelm

Magazin für digitale Bildbearbeitung

Kontakt:
DOCMA – Doc Baumanns Magazin für Bildbearbeitung
Gabriele Hofmann
Hermnnstr. 41
55286 Wörrstadt
067329659075
hofmann@docma.info
http://www.docma.info

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