Nur noch zwei Wochen bis zum Fest und dann diese Meldung: 13 Prozent der Deutschen sind Weihnachtsmuffel. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid ergeben. Und noch mehr möchten auf einen Weihnachtsbaum verzichten. Fast die Hälfte der Deutschen nämlich. Sie alle können sich sicherlich sehr gut mit Martin Freeman identifizieren. Der spielt nicht nur demnächst die Titelrolle in Peter Jacksons Der kleine Hobbit, sondern ist derzeit auch der Weihnachtsmuffel in einem gleichnamigen britischen Kinofilm.

Freeman spielt darin den Grundschullehrer Paul Maddens, der alles hasst, was mit Weihnachten zu tun hat: die bunten Lichterketten, die Plätzchen, die Weihnachtslieder und eben den Weihnachtsbaum. Es gab allerdings Zeiten, in denen Maddens dem Fest durchaus positive Aspekte abgewinnen konnte. Aber seit ihn seine Freundin just an Weihnachten verließ und er als Schauspieler gescheitert ist, wurde er zum Weihnachtshasser.

Der Schulleitung ist das schnurzpiepegal, sie verpflichtet den jungen Lehrer dazu, mit seiner Klasse ein Krippenspiel zu veranstalten. Damit will sich die heruntergekommene Grundschule endlich gegen die benachbarte Elite-Schule durchsetzen, die natürlich ebenfalls die Geschichte von Maria und Josef in Szene setzt.

Um vor seinem Erzrivalen Gordon Shakespeare, der an der Elite-Schule unterrichtet, anzugeben, behauptet Maddens dann auch noch, dass die Weihnachtsaufführung an seiner Schule von Hollywood übernommen wird. Und diese geflunkerte Kunde verbreitet sich in der Nachbarschaft wie ein Lauffeuer. Maddens weiß, dass er nun das beste Krippenspiel aller Zeiten auf die Beine stellen muss.

Mega-Rülpser und lispelnde Rapper

Vom Titel sollte man sich nicht abschrecken lassen: Der Weihnachtsmuffel ist dank einer geballten Ladung britischen Humors und witziger Einfälle fern von jeglichem Weihnachtskitsch, sieht man einmal vom Finale ab. Dafür ist die Handlung aus vorhersehbaren Story-Bausteinen zusammengestellt und stark auf ein kindliches Publikum zugeschnitten.

Die Kinder sind auch die eigentlichen Stars des Films. Regisseurin Debbie Isitt und Produzent Nick Jones haben bewusst nur Laien ausgewählt und viel improvisiert. Dadurch kommt das Thema des Films, dass jedes Kind ein einzigartiges Talent besitzt, das es zu entdecken und zu fördern gilt, auch sehr authentisch rüber: vom Mega-Rülpser über den lispelnden Rapper bis zur Tanzeinlage

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