Osnabrück (ots) – Gelebte Demokratie

Vermutlich hat sich die Landesregierung in Schwerin das etwas leichter vorgestellt. Theater und klassische Musik, dafür begeistern sich ein paar elitäre Schöngeister, zu wenig, um wirksam gegen den Sparkurs zu protestieren. Doch nun identifizieren sich die Bürger stärker mit ihren Kultureinrichtungen, als manchem Politiker lieb ist.

In den öffentlichen Haushalten rangieren Theater- und Museums-Etats unter dem Posten „freiwillige Ausgaben“. In Krisenzeiten ersetzen Haushaltsexperten dieses „freiwillig“ gern mit „verzichtbar“, ob aus Mangel an Zeit oder Geist sei dahingestellt; vielleicht fehlt es ja auch an beidem.

Im Schweriner Landtag werden die Politiker nun auf jeden Fall nachsitzen müssen, denn die Kulturpolitik dort entspricht offensichtlich nicht dem Willen der Bevölkerung. Zwar wird Mecklenburg-Vorpommern, der Finanznot gehorchend, seinen Sparkurs fortsetzen müssen. Aber über die Prioritäten wird der Landtag noch einmal debattieren müssen, um die Kluft zwischen Bürgerwille und Politik zu schließen. Gelebte Demokratie nennt man das.

 

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