Osnabrück (ots) – Schmidt auf der Mozartwelle. Eigentlich haben die Veranstalter mit dem „Schauspieldirektor“ alles richtig gemacht. Ein Programm mit Beethoven und Mozart funktioniert immer; Concerto Köln ist ein angesehener Klangkörper – allein diese Kombination hätte die Säle zur Hälfte füllen müssen. Ergänzt dann noch Harald Schmidts bissiger Witz die spritzige Musik von Mozart, müsste die Sache doch laufen, sollte man meinen.

Nun ist aber genau der gegenteilige Fall eingetreten. Die Amplituden beim Publikumszuspruch hätten sich addieren sollen: Late-Night-Fans treffen auf Klassikfans und umgekehrt. Nun haben sich die Phasen der Publikumswellen aber gegeneinander verschoben: Statt sich zu verstärken, hoben sie sich gegenseitig auf.

Die Fans von Harald Schmidt schwimmen also offenbar nicht auf der Mozartwelle, während die Klassikliebhaber nichts mit dem Talker am Notenpult anfangen wollen. Crossover als Instrument der Integration kommt hier offensichtlich an seine Grenzen: Der Mix schließt angestammte Kreise aus. Wer versucht, es möglichst vielen recht zu machen, wird eben im Zweifel niemandem gerecht.

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Neue Osnabrücker Zeitung

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