Rund um den Alten Fritz ranken sich viele Mythen: Schwul soll er gewesen sein und Marzipantorte und Hunde fand er eh viel besser als Menschen. Auf der Strecke bleibt, dass er ein meinungsstarker Herrscher war – eine Eigenschaft, die vielen Politikern heute abgeht. Was hätte Friedrich II., König von Preußen und Kurfürst von Brandenburg, wohl gesagt, wenn er heute – 300 Jahre nach seinem Geburtstag – wüsste, was zurzeit über ihn gesagt und geschrieben wird? Um einen markigen Spruch soll der Alte Fritz, wie ihn die meisten Menschen nennen, nie verlegen gewesen sein. Sagt man und liest man so.

Schon zu Lebzeiten rankte sich ein Mythos um den Mann, der die Gesellschaft von Hunden der von Menschen vorzog und mit einem beinahe genialen PR-Gag die Kartoffel in Deutschland salonfähig machte. Um die Menge für die Knolle zu begeistern, ließ er die Felder überwachen und die Untertanen wollten unbedingt das haben, was scheinbar verboten war. Ein Trick, der nicht nur in der Bibel bei Adam und Eva gut funktionierte.

Seine Ehefrau soll er nur widerwillig geheiratet haben – weil er angeblich Männer den Frauen vorzog. Kinder hatte er keine, auch das soll an seiner sexuellen Orientierung gescheitert sein. Und an einer Geschlechtskrankheit, die er sich kurz vor der Hochzeit mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern einfing. Klingt nach einem aufregenden Leben.

Ein Mann der PR

Goethe mochte ihn, Heldenlieder über Friedrich II. wurden geschrieben und auch die Nationalsozialisten instrumentalisierten ihn. Filme sollten die Geschichte des

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