Erst wollte ihn keiner drehen. Nun räumt der Stummfilm The Artist alle großen internationalen Kinopreise ab und ist in zehn Kategorien für den Oscar nominiert. Die Hommage an die Stummfilmära entführt in eine Welt vor 3D und Special Effects, in der der Film noch eine ganz eigene Magie hatte. Nur allein an Uggie kann es nicht liegen, auch wenn der niedliche Jack-Russel-Terrier fürs Männchenmachen und Totstellen die Jurys der bedeutendsten internationalen Filmpreise begeistert. Der Stummfilm The Artist räumt ab.

Zuletzt drei Trophäen bei der Verleihung der Golden Globes am 16. Januar. Nun fehlt auf der Liste der eingeheimsten Auszeichnungen noch der Oscar. Insgesamt zehn Nominierungen sind es geworden – für einen Film, den zunächst niemand drehen wollte. Ein Erfolg, der sprachlos macht.Dennoch überrascht es nicht wirklich, dass Regisseur Michel Hazanavicius mit seiner Idee für den Film lange nur Kopfschütteln verursachte. Die Zukunft des Kinos leuchtet eigentlich in 3D – mit Surround-Sound und digitalen Special Effects. Statt Hightech triumphiert nun ein Film ohne Dialoge und ganz in Schwarzweiß. The Artist mutet anachronistisch an und wird doch mit Auszeichnungen und Nominierungen überschüttet.

Neben drei Golden Globes wurde Hauptdarsteller Jean Dujardin bereits im Mai mit einer Goldenen Palme in Cannes als bester Schauspieler geehrt. Nicht zu vergessen ist auch der Palm Dog Award für Uggie. Seine Produktionskosten in Höhe von neun Millionen Euro hat The Artist allein in Frankreich schon wieder eingespielt und damit bewiesen, dass der Stummfilm kein verstaubtes und nur filmhistorisch interessantes Genre ist.

Der Film selbst thematisiert das Ende dieser Ära. Der Stummfilmstar George Valentin (Jean Dujardin), dessen Stern durch den Tonfilm zu verglühen droht, zerbricht am schnellen Ende seiner Karriere. Eben noch ist er der selbstverliebte Charmeur, der sich in seinem Erfolg sonnt und dem das Publikum, vor allem das weibliche, zu Füßen liegt. Eines Tages begegnet ihm Peppy Miller (Hazanavicius‘ Lebensgefährtin Bérénice Bejo), ein Starlet, das ihr Glück in Hollywood zu finden hofft.

Von ihrem Lächeln verzaubert, verhilft er ihr zu einer Nebenrolle, nichtsahnend, dass die junge Frau im Charlestonlook ihm als zukünftiger Star des Tonfilms die Schau stehlen wird. Während sie die Karriereleiter hinaufklettert, fällt Valentin in Depressionen und sucht seinen Kummer im Alkohol zu vergessen. Viel Musik und der kleine treue Hund Jack (Uggie) begleiten ihn in seinem inneren Drama.

Der Nostalgie-Effekt ist da

The Artist braucht keine Worte, um dieses Drama spürbar zu machen. Nur durch Mimik und Handlungen macht Hauptdarsteller Dujardin die tiefsten menschlichen Gefühle sichtbar. Dabei sagte er zunächst

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