Der türkische Film findet in Stuttgart seit fast einem Jahrzehnt eine Heimat in SiNEMA, den Filmtagen des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart. SiNEMA bringt dem Publikum seit nun mehr neun Jahren den türkischen Film näher. Die Grundidee hat sich seit seiner Entstehung nicht verändert: einen Ort der Begegnung, der gesellschaftlichen Partizipation und der gegenseitigen kulturellen Bereicherung zu schaffen. Die neunte Auflage trägt nicht zuletzt auch der steigenden Popularität des türkischen Films Rechnung, der auf internationalen Festivals zunehmend Beachtung und Anerkennung findet.

Auch wenn das Medium Film im Mittelpunkt der Filmwoche steht, versteht sich SiNEMA durch die Erweiterung des Rahmenprogramms um Workshops, Filmtalks und Begegnungen mit Regisseuren, Schauspielern und politischen Vertretern als ganzheitliches Kultur-Event, das den Bewohnern der Region Stuttgart die unterschiedlichen Facetten der türkischen Kulturszene näher bringen möchte. Diese Berührungspunkte sind gerade auch für die türkischstämmige Bevölkerung von großer Bedeutung, da sie durch die Film- und Kulturerfahrung unmittelbare Einblicke in die gegenwärtige Lebenssituation in ihrem Herkunftsland bekommt, das sich im rasanten Wandel befindet.

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Den Auftakt des siebentägigen Filmprogramms bildet die Eröffnung am Donnerstag, den 24. November um 19 Uhr im Delphi Arthaus Kino in Stuttgart (Tübinger Straße 6). Als Eröffnungsfilm präsentieren die Veranstalter in diesem Jahr den Film „Baska Dilde Ask“ („Liebe in einer anderen Sprache“) von Ilksen Basarir. Die insgesamt 18 Filme der diesjährigen Filmtage bilden einen Querschnitt des gegenwärtigen türkischen Autorenfilms: Neben dem bewegenden Debütfilm „Gise Memuru“ („Die Mautstelle“) von Tolga Karacelik oder der feinfühligen Liebesgeschichte „Bizim Büyük Çaresizliğimiz“ („Unsere große Verzweiflung“) von Seyfi Teoman, ist mit „Kaybedenler Kulübü“ („Der Club der Versager“) von Tolga Örnek auch das neueste Werk eines der jungen populären türkischen Filmemacher vertreten.

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Alle Filme zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf ästhetisch überzeugende Weise die gesellschaftspolitische Realität der Türkei reflektieren und dem Zuschauer damit neue Perspektiven auf das Land zwischen Bosporus und Ararat eröffnen. Daneben wird eine handverlesene Auswahl aktueller türkischer Filmproduktionen aufgeführt. Die ästhetische Form und die thematische Bandbreite sind dabei so vielfältig wie die türkische Gegenwartskultur selbst – traditionell und progressiv, distanziert und familiär, tiefsinnig und humorvoll: „Ask Tesadüfleri Sever“ („Die Liebe liebt Zufälle“) von Ömer Faruk Sorak, „72. Kogus“ („Die 72. Zelle“) und „Deli Deli Olma“ von Murat Saracoglu, „Yüregine Sor“ („Frag Dein Herz“) von Yusuf Kurcenli, „Bathi Kara“(„Der Unglücksrabe“) von Theron Patterson und „Iki Dil Bir Bavul“ („Zwei Sprachen, ein Koffer“) von Orhan Eskiköy und Özgür Dogan.

Ein Programmschwerpunkt von SiNEMA liegt 2011 auf dem 50. Jahrestag des türkisch-deutschen Anwerbeabkommens. Insgesamt sieben Filme beleuchten die Migration aus der Türkei aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Als Premiere wird die Dokumentation „Mitten in Stuttgart – Deutsch-Türkische Erfolgsgeschichten“ von Paul Schwarz gezeigt, zu der auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster anwesend sein wird. Auch die Dokumentationen „Herr Can mischt sich ein“ und „Wir sitzen im Süden“ thematisieren Migrationserfahrungen. Andererseits setzen sich Filmemacher wie Christian Zübert mit „Dreiviertelmond“, Ayse Polat mit „Luks Glück“ oder das Geschwisterpaar Samdereli in „Almanya – Willkommen in Deutschland“ mit der Lebenssituation türkischer Migranten und ihrer Nachkommen in Deutschland auseinander.

Die Dokumentationen „50 Jahre Migration: Zeitzeuge Hürriyet“ sowie „Aya Seyahat“ („Reise zum Mond“) von Kutlug Ataman runden das Programm ab. Als Vorfilme sind Musikclips des Umweltschutzprojektes „Doga icin cal“ („Spiel für die Natur“) zu sehen, in denen namhafte türkische Musiker traditionelle Lieder neu vertonen.

Insgesamt werden vom 24. bis 30. November 2011 18 türkische und deutsche Filmproduktionen im Herzen der Stuttgarter Innenstadt aufgeführt, von denen viele durch Filmgespräche mit Regisseuren, Schauspielern und Produzenten begleitet werden. Ausführliche Informationen über die Filmtage, die Filme und das Rahmenprogramm finden sich auf der Internetseite www.dtf-stuttgart.de/sinema/

Das filmische Programm wird durch zwei Begleitveranstaltungen ergänzt. Die Menschen, die mit Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei 1961 nach Stuttgart kamen, haben den Alltag hier stark verändert. Die Ausstellung „Merhaba Stuttgart“ im Linden-Museum blickt auf ein halbes Jahrhundert deutsch-türkischer Stadtgeschichte und vier Generationen schwäbisch-türkischen Miteinanders. Über 100 Interviews erzählen Geschichten von Stuttgarter Bürgern mit türkischen Wurzeln. Die Andenken, kleine Schätze und Talismane, welche die Menschen auf ihrer Reise begleitet haben, sind ebenso Teil der Ausstellung wie erste Anschaffungen in der neuen Heimat. Erzählt werden Geschichten von Menschen, die sich auf den Weg aus der Türkei ins Ländle gemacht haben und von Gästen zu Bürgern wurden. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt von Linden-Museum Stuttgart, Planungsstab Stadtmuseum Stuttgart und dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. „Merhaba Stuttgart“ ist noch bis zum 18. Dezeber 2011 im Linden-Museum geöffnet.

Gemeinsam mit dem Verein Neues Kommunales Kino Stuttgart veranstaltet das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart am Samstag, den 26. November (14-16 Uhr) im Stuttgarter Literaturhaus einen ProgrammMacher-Workshop zum Thema „Interkultur“. Dabei soll den Fragen nachgegangen werden, welche Filmkultur Migranten in Stuttgart pflegen und wie interkulturelle Filmarbeit gelingt. Gemeinsam mit der Regisseurin Martina Priessner („Wir sitzen im Süden“) möchten sich die Veranstalter mit interessierten Bürgern über interkulturelle Filmarbeit austauschen.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart e.V.

Europahaus / Nadlerstraße 4

70173 Stuttgart

Tel: 07 11 / 248 44 41

Fax: 07 11 / 248 44 42

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Das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart e.V. (DTF) wurde 1999 von deutschen und türkischen Bürgerinnen und Bürgern unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister a.D. Professor Dr. h.c. Manfred Rommel mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung GmbH gegründet. Ziel der Bürgerinitiative ist die Förderung der kulturellen Begegnung und Zusammenarbeit zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Türken. Mit Bildungsinitiativen und Kulturprogrammen leistet das DTF eigenständige Beiträge zur gesellschaftlichen Integration türkischer Zuwanderer. Es tritt insbesondere für mehr Chancengleichheit der zweiten Generation in Bildung, Beruf und Gesellschaft ein. Dabei setzt es auf vor allem auf bürgerschaftliches Engagement. Das DTF ist partei- und konfessionsunabhängig.

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