Wiesbaden (ots) – Wiesbaden, 6. Dezember 2011. Weihnachten naht mit großen Schritten und somit auch die Zeit der Märchen. Ein ganz besonderes Exemplar dieser Gattung startet in dieser Woche in den deutschen Kinos: DER GESTIEFELTE KATER (Start: 8. Dezember) überzeugt, wie schon die SHREK-Filme, aus denen die tierische Hauptfigur entnommen ist, mit originellen Ideen und einem irrwitzigen Tempo. „Einer der vergnüglichsten Filme des Jahres“, urteilt die FBW und vergibt das höchste Prädikat „besonders wertvoll“.

Helden ganz anderer Art finden sich in THE HELP (Start: 8. Dezember), einer berührenden Literaturverfilmung zum Thema Rassismus. In den Südstaaten der 1960er Jahre kämpft die junge Skeeter darum, den schwarzen Haushaltshilfen der weißen „Herrschaften“ endlich eine Stimme zu geben. THE HELP, gehandelt als heißer Kandidat für die nächste Oscarverleihung, glänzt vor allem mit einer opulenten Ausstattung und wunderbaren Bildern. Die Jury der FBW zeichnete den Film mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ aus und schreibt: „Mit hoher Präzision, Detailgenauigkeit und exzellenten Schauspielern präsentiert THE HELP die Gesellschaftsverhältnisse der 60er Jahre.“

Im Vatikan wird ein neuer Papst gewählt. Als er endlich gefunden ist, freuen sich alle – nur nicht der neue Papst selbst. Dies ist die Handlung von HABEMUS PAPAM – EIN PAPST BÜXT AUS (Start: 8. Dezember), dem neuen Film des italienischen Regisseurs Nanni Moretti mit dem brillanten Michel Piccoli in der Rolle des zweifelnden Kirchenoberhauptes, das unter der Bürde des Amtes leidet. Die FBW würdigte die subtile Komödie, die sich mit einem zutiefst menschlichen Konflikt beschäftigt mit dem Prädikat „besonders wertvoll“: Ein „komplexer und intelligenter Spaß“, so die FBW.

Das junge deutsche Kino traut sich was: In ROMEOS (Start: 8. Dezember) erzählt Jungregisseurin Sabine Bernardi die Geschichte des Transsexuellen Lukas, der sich mit seiner neuen Identität als junger Mann der Welt völlig neu stellen muss. Mit Leichtigkeit, Witz und großer Sensibilität wird hier ein Thema behandelt, welches für die Gesellschaft noch immer ein gewisses Tabu darstellt. „Nicht nur für das deutsche Publikum ein wertvoller Beitrag“, so die Gutachter der FBW. Für so viel Mut und Talent gab es das Prädikat „wertvoll“.

Prädikatsfilme vom 8. Dezember 2011

Der Gestiefelte Kater

Animationsfilm. USA 2011. Filmstart: 08.12.2011

Der Gestiefelte Kater lebt als unerschrockener Draufgänger in Mexiko. Dort besteht er Abenteuer, verführt hübsche Katzendamen und macht in Saloons Halt für ein Schälchen Milch. Doch als der Kater eines schönen Tages auf Humpty Alexander Dumpty, seinen Freund aus Kindertagen, trifft, muss er eine Schuld begleichen, die ihn seit langem bedrückt. Ursprünglich als Nebenfigur im Animationshit SHREK 2 konzipiert, avancierte der Kater mit den Stiefeln und den riesigen Augen bald zum heimlichen Star. Hier nun erhält er endlich seine eigene Geschichte. Fantasievolle Einfälle, ein charmantes Drehbuch und die Querverweise auf Märchen und Kinderreime lassen den Film wie im Flug vergehen. Das hohe Tempo der Actioneinlagen und die ideal umgesetzten 3D-Effekte wechseln sich ab mit ruhigen stimmungsvollen Sequenzen, in denen grandiose neue Figuren wie Kitty Samtpfote und Humpty Alexander Dumpty zu ihrem Recht kommen. Ein neuer Held am Animationshimmel!

www.fbw-filmbewertung.com/film/der_gestiefelte_kater_1

The Help

Spielfilm, Drama. USA 2011. Filmstart: 08.12.2011

Die junge energische Skeeter kehrt im Jahr 1963 nach ihrem Journalistik-Studium in ihre Heimatstadt Jackson im Süden der USA zurück. Zu dieser Zeit genießen die weißen Frauen das Leben und die schwarzen Frauen sind Dienstboten und Nannys für die vernachlässigten Kinder. Für Skeeter scheint die Zeit reif, den benachteiligten Frauen endlich eine Stimme zu geben. Gemeinsam mit den Dienstmädchen schreibt sie ein Buch und sticht damit in die weiße Gemeinde wie in ein Wespennest. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Kathryn Stockett ist ein Stück lebendige US-Geschichte. Dabei zeigt Regisseur Tate Taylor aber nicht nur die Perspektive der Dienstboten, sondern offenbart auch die Ambivalenz der „Weißen“ durch die verschiedensten Charaktere und Typen. Immer wieder lockert Taylor das Drama mit Witz und spritzigen Dialogen auf. Der Film ist bis in die Nebenrollen brillant und typgerecht besetzt, die imposante Ausstattung spiegelt die damaligen Umstände authentisch wider und erschafft so ein historisches Stimmungsbild. Großes Kino mit Gefühl und Verstand.

www.fbw-filmbewertung.com/film/the_help

Habemus Papam – Ein Papst büxt aus

Spielfilm, Komödie. Frankreich, Italien 2011. Filmstart: 08.12.2011

Die Geschichte vom Papst, der nicht Papst sein will. Die Kirchenglocken läuten, weißer Rauch steigt in den Himmel und Abertausende auf dem Platz vor dem Petersdom harren in froher Erwartung. Doch Kardinal Melville ist panisch. Man hat ihn zum Papst gewählt. Was soll er bloß tun? Er kann sich der Welt nicht zeigen – und tut es auch nicht. Schon bald ist die ganze Welt in Sorge, während der Vatikan verzweifelt nach Lösungen sucht. Wie der Papst selbst auch, nur eben auf seine Art: Er büxt aus … Es ist vor allem Michel Piccoli in der Rolle des neu gewählten Papstes, der dieser Tragikomödie eine tief beeindruckende Menschlichkeit verleiht. Als irdische Gestalt mit göttlichem Auftrag, der wie Blei auf seinen Schultern lastet, sucht er sich selbst und findet dabei unbequeme Antworten. Das inszeniert Regisseur Nanni Moretti subtil und satirisch humorvoll mit einer überzeugenden Mischung aus schnellem Dialogwitz und elegischen Momenten der Stille und Selbstreflexion. Musik, Ausstattung und vor allem das authentisch wirkende Setting sind exzellent und verschaffen dem Zuschauer einen Einblick in die Welt hinter den Mauern des Vatikans. Ein ganz und gar weltliches Kinovergnügen.

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Romeos

Spielfilm, Drama. Deutschland 2011. Filmstart: 08.12.2011

Gerade hat Lukas sein Coming Out in der Provinz hinter sich gebracht, da tritt er sein neues Leben in der Großstadt Köln an. Doch gleich bei Ankunft im Zivi-Wohnheim landet er als einziger Junge im Schwesterntrakt. Immerhin wohnt da seine beste Freundin Ine, die mittlerweile bestens in die schwul-lesbische Szene der Domstadt integriert ist. Unerwartet befindet er sich inmitten eines neuen Freundeskreises und auch gleich seines ersten Flirts: mit dem äußerst attraktiven Macho Fabio. Aus der anfänglichen Faszination der ungleichen Jungs für einander entwickelt sich mehr und mehr – bis Fabio hinter das Geheimnis von Lukas kommt, und nun alle gezwungen sind, etwas für ihre Gefühle zu riskieren…. Der Debütfilm von Sabine Bernardi greift ein schwieriges und wichtiges Thema auf, welches in unserer Gesellschaft immer noch ausgegrenzt wird. Nicht nur Lukas, der von Rick Okon überzeugend dargestellt wird, muss seine Identität erst noch finden, auch die anderen Figuren suchen sich selbst auf dem schwierigen Weg ins Erwachsensein. Die energiegeladene Atmosphäre wird von einer großartigen Kamera eingefangen und das gesamte Darstellerensemble ist exzellent. Ein berührender Film, der anderen Mut macht und ein großartiges Plädoyer für mehr Toleranz.

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