Imageauffrischung für eine der schönsten europäischen Hauptstädte.

Sechs lange Jahre hat das über 100 jährige Erkel-Theater wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten in der jüngsten Vergangenheit vom Spielbetrieb brach gelegen. Zum 7. November letzten Jahres, dem Geburtstag seines Namengebers Ferenc Erkel wurde das Haus, das einmal als eine der größten Opernbühnen des Ostens galt, feierlich wieder in Betrieb genommen. Ferenc Erkel, der im heute rumänischen Klausenburg (Cluj) seine Karriere startete, und dann als Kapellmeister nach Budapest kam, komponierte die ungarische Nationalhymne und zwei gefeierte Nationalopern „Hunyadi László“ (1844) und „Bánk bán“ (1861). Seit wenigen Wochen nun wird das Haus wieder regelmäßig bespielt und erweiterte so in großem Umfang das Angebot von Oper, Ballett und Konzertabenden zusammen mit dem altehrwürdigen Budapester Opernhaus. Ministerpräsident Orban hatte angekündigt, im Jahr 2014 mehr als 57 Millionen Euro für die ungarische Kunst auszugeben. Das Geld soll unter anderem in die Musikakademie, die ungarische Staatsoper und das Erkel-Theater fließen, „Bastionen traditioneller Kunst“, wie er es betitelt. Der größte Anteil dieser Gelder kommt allerdings aus dem Topf der Europäischen Union. „Die national-konservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban stellt immer wieder Begriffe wie Nationalstolz und Vaterland ins Zentrum. Deshalb eignet sich der Anlass (der Wiedereröffnung) optimal, die Bedeutung der ungarischen Musikkultur hervorzuheben. Musik soll in erster Linie die Aufgabe erfüllen, traditionell und national zu sein /(Orban)“, so weiß der Radiosender BR-Klassik (Stephan Ozsváth/Anja Neuwald) zu berichten.

Lassen wir die Politik bei Seite und wenden uns dem zu, was „Das Erkel“ und die Ungarische Staatsoper in Budapest auf den Bühnen zu bieten haben. Nach wie vor lohnt es sich unbedingt für den Kulturtouristen, Budapester Opernabende zu besuchen. Allerdings muss er sich schon im Vorhinein um einen Platz in den Häusern bemühen. Dazu ist das Online-Portal der Oper (www.opera.hu) auch in englischer Sprache bestens gerüstet. Vorinformationen über Stücke und Interpreten, Aufführungstage und Kartenreservierung sind leicht zu finden, gut gestaltet und einfach zu bedienen. Hinzu kommen zweisprachige Broschüren (Ungarisch/Englisch) mit ausgezeichneten Hintergrundinformationen, sowie der übliche (kostenlose) Besetzungsplan des jeweiligen Abends. Gut gerüstet kann der Opernfreund sich dann ins lohnend ungarische Opernleben stürzen.

Auch die neueren Komponisten des Landes haben Einzug in die heiligen Hallen des ungarischen Opernbetriebs gehalten, Kodály und Bartók stehen regelmäßig auf dem Spielplan. Ein Komponist der jüngeren Generation, György Selmeczi, feierte eben mit den „Spiritisten“ ein volles Haus einer Oper nach Alexander Blok „Die Schaubude“. Ein lyrisches Drama mit psychologischem Hintergrund, ein „Kampf der Gegensätze in einer Person. Pierrot und Harlekin, beide gleichermaßen auf der Suche nach dem hellen Leben – verkörpert von Kolombina – sind Projektionen der inneren Spaltung des lyrischen Ichs“ (Hermine Haidvogel), eingepackt in eine ebenso zwiespältige Musik, die sich äußerst langsam voran bewegt und entwickelt. Auch hier wieder steht ein Werk eines Rumänien stämmigen Ungarn aus Cluj, einer Stadt mit starker künstlerischer Ausstrahlung aus Rumänien und einem Universitätsbetrieb von internationalem Ruf, auf der Bühne der Nationaloper. Die zumeist ungarischen Besucher begeisterten sich für diese Oper in der Inszenierung von Eszter Novák. Musikkritiker sahen dies eher verhalten, die ungeteilte Zustimmung galt den ausgezeichneten Sängern, voran Bariton Krisztián Cser in seiner Darstellung des Herzogs war und Sopranistin Polina Pasztircsák in der Rolle der Columbina.

Ein hervorragendes Orchester, ausgezeichnete Stimmen und großzügige Produktionen, im Sinne der Wiener Staatsoper mit Blick auf traditionelles Publikum und vor allem den regen Zustrom internationaler Kulturtouristen, so bieten beide Budapester Häuser ein überreiches tägliches Angebot: Johann Strauß, Verdi, Donizetti, Puccini im Januar, erweitert durch Mozart, Rossini und Boito im Februar, abgerundet durch Lehár und Janácek im März und immer wieder einmal Ferenc Erkel, György Ránki, Kacsóh Pongrác aus Ungarn – eine gute Mischung.

Als Beispiel für gelungene, eher traditionelle, aber handwerklich ausgezeichnete Arbeit, sei die „Turandot“ Inszenierung von Balács Kovalik von 1997 genannt, ein Jugendwerk des Regisseurs, zeitweise künstlerischen Leiters der Oper, die er vor einigen Jahren nicht ganz freiwillig verließ, um sich unbeeinflusst zeitgenössischen Inszenierungen zu widmen. Er steht zumindest wieder auf dem Spielplan und soll auch bald wieder neu inszenieren, was dem Haus in internationalem Kontext sicher gut bekommen kann. Bei diesem Repertoirestück beeindruckt heuer der Koreaner Lee Jeong-Won als Calef .

Ein Ausflug in das Ballett der beiden Häuser zeigt den großen Besucheranteil ausländischer, besonders asiatischer Besucher. Tschaikowskys Onegin in einer John Cranco Choreografie wird frenetisch gefeiert. Dem Ensemble tanzender Federn gleich, weiß man nicht, wem mehr Applaus gebührt, den Solotänzern oder dem ausgezeichnet geführten Corps de Ballet. Cranco’s Werk entspricht voll dem kommerziellen Gedanken und auch Muss des Opernhauses. Und es tauchen neben einem Nussknacker immer einmal wieder neuere, zeitgenössischere Ballette auf dem Spielplan auf.

Im Mai/Juni diesen Jahres nun steht aus Anlass des 150. Geburtstags von Richard Strauss ein Festivalzyklus mit Arabella, Ariadne auf Naxos, Elektra, Die Frau ohne Schatten, Salomé und dem Rosenkavalier an. Hier können beide Häuser zeigen, inwieweit sie den Bogen zu spannen vermögen zwischen traditionellem und zeitgenössischem Operndasein in Ungarn. Im Sinne der Idee, Budapest wieder zu einer internationalen „Stadt der Musik und Kunst“ zu etablieren, wie es vor 100 Jahren einmal der Fall war, es mit Wien gleichzutun, ist man auf einem guten Weg. „Die synergetischen Kräfte der Hauptstadt mit Oper, Liszt Akademie, der wiedereröffneten Redoute und dem Palast der Künste sollen gebündelt werden, die Theater, Tanz, Fotografie und Architektur mit Auftritten internationaler Stars und Ensembles kombiniert, um sichtbar voran zu schreiten auf dem Weg zum frischen Image der Stadt“, so der Chef der neu etablierten Budapest Kulturplattform, Csaba Káel, Generalmanager des Palast der Künste. Im April bereits sollen diese Ansätze beim Budapest Frühlingsfestival 2014 fruchtbringend und Tourismus fördernd in Erscheinung treten. (Dieter Topp)

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PPS-Promotion-Presse-Service berichtet seit 2005 über das Ballett der Staats- und Volksoper Wien (Das Ballett.at) und covert das Int. Istanbul Music Festival und die Istanbul Biennale sowie die Music Biennale Zagreb (seit 2007). Für 2008 sind das Int. Springfestival, das Herbstfestival und Fringe Festival Budapest, das Zemplén Festival im Länderdreieck Ungarn-Ukraine-Slowakei, sowie Wratislavia Cantans (PL) hinzugekommen. In 2008 wurde PPS eingeladen, für das Int. Theaterfestival Bukarest und Timisoara, sowie 2009 für das Underground Festival Arad, (RO), das Libertas Dubrovnik Summerfestival und ZFF Zurich Film Festival zu berichten. Hinzu kam eine jährliche Zusammenarbeit mit zuerich.com/Zürich Tourismus und Stadtmarketing in Zusammenarbeit mit a42. Agentur für Tourismusmarketing. 2010 berichteten wir erstmalig vom BITEI-Theaterfestival in Chisinau/Moldavien unter dem Aspekt der Information über Ost-West-Theater in vorwiegend russisch sprechenden Ländern. 2011 ist das Internationale Theaterfestival Sibiu/Hermannstadt (RO) hinzugekommen

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