Die Theaterbühne ist riesig, hier und da stehen vereinzelt Instrumente: dort ein Keyboard, hinten ein Schlagzeug, davor drei verschiedene Gitarren, in einer Ecke liegt ein Bass auf dem Boden. Etwas weiter vorn ist ein Mikrophon aufgebaut. Dahinter steht ein Mann mit langen dünnen Beinen, Glatze und schwarzem, dicken Rauschebart. Er greift zu einer der Gitarren, die hinter ihm stehen, hängt sie sich um, stimmt sie und sieht dabei schüchtern zu Boden. William Fitzsimmons hatte ins Leipziger Centraltheater gerufen. Einer der Titel, aus seinem knapp 70 Minuten andauernden Programm, heißt

Beautiful Girl. Die roten Sitze sind bis auf den letzten gefüllt, auch auf der oberen Tribüne sitzen Fans des amerikanischen Sängers. Das Haus ist ausverkauft. Noch bis kurz vor Beginn des Auftritts kamen immer wieder Menschen an die Kasse des Theaters, in der Hoffnung, noch eine Karte zu ergattern. Fitzsimmons singt, fast flüsternd, über die Liebe. So zerbrechlich wie sie, scheinen auch seine Stimme und sein Charakter zu sein. Doch das täuscht: Der Musiker ist gut gelaunt. Als er wieder einmal die Gitarre stimmt, weil er sein Instrument häufig wechselt, klingelt irgendwo ein Handy. Das erste Wort deutsch, das zweite in Englisch kommentiert er den peinlichen Zwischenfall leise mit

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