Berlinartprojects präsentiert die erste Einzelausstellung in Berlin von Mehtap Baydu „Eine Geschichte von Shahmaran“ sowie eine Performance der Künstlerin.

A TALE OF SHAHMARAN – Einzelausstellung von Mehtap Baydu
kuratiert von Didem Yazıcı
30. Mai – 5. Juli 2014

Eröffnung: Freitag, 30. Mai | 18 Uhr
Performance: Freitag, 30. Mai | 20 Uhr

BERLINARTPROJECTS präsentiert die erste Einzelausstellung in Berlin von Mehtap Baydu „Eine Geschichte von Shahmaran“. Im Fokus der Ausstellung steht die Kunst der Performance sowie der von Baydu darum entwickelte Kosmos. Der Titel Shahmaran, eine sinnbildliche hybride Gestalt aus der kurdischen Mythologie, bezieht sich auf die Verkörperung einer Frau, eines/r Fremden, einer/m LiebhaberIn, einer Randerscheinung sowie einem Gegenüber und steht damit für einen Kreislauf von Personifizierungen. Fiktionen, erfundene Charakter und alltägliche Materialien wie Kleidung, Essen, Sprichworte sowie ihr eigener Körper sind Inspirationen und Bestandteile ihrer Arbeit. Die sozio-kulturellen Elemente werden neu zusammengesetzt und arrangiert um die Bedeutung kultureller Objekte sowie multigeografischer Hintergründe zu reflektieren und zu hinterfragen. Angetrieben durch die Suche nach einer feministischen Narration fordert ihre Arbeit patriarchale Strukturen, soziale Normgefüge sowie die Immigrationspolitik heraus und erzählt dabei fiktive Geschichten. In dem Versuch, Menschen in einem künstlerischen, sozialen und politischen Kontext darzustellen, arbeitet Baydu mit einer großen Bandbreite an Materialien und Medien. Während ihr Hauptaugenmerk auf der Performance als Kunstform liegt, greift sie außerdem auf Fotografie, Film, Installation und Skulptur zurück und verleiht damit den unterschiedlichen Stadien ihrer künstlerischen Arbeit eine Sprache.

In der außergewöhnlichen Arbeit Osman (2010-2011) schlüpft die Künstlerin in die Rolle eines gesellschaftlichen Charakters und Stereotyps: in die des Mannes, Anführers, Vaters oder Grundherrn und spielt damit mit der Verkörperung und Glorifizierung eines Mitglieds der Arbeiterklasse. Nur der ‚Tesbih‘, die Kette in ihrer Hand deutet auf ein Motiv aus der islamischen Kultur hin. Die Installationsreihe OSMAN 5451 (2013) gibt mit Fotomaterialien und anderen Dokumenten tiefer Einblick in die Person von Osman. Wie ist es zum Beispiel, ohne einen Ausweis eine Staatsbürgerschaft oder eine Aufenthaltserlaubnis zu beantragen? Die Performance Tragen-Persönlichkeit (2010 – 2014), welche bei der Eröffnung gezeigt wird, kann als Teil einer Installationsarbeit während der gesamten Ausstellung angesehen werden. Als eine auf Recherche basierende Arbeit zeigt sie Texte und Kleider der Performance sowie Fotografien. Die Skulptur-Installation und der Film Stille (2014), gedreht in Anknüpfung an ihre Skulptur Reden ist Silber (2010), beziehen sich auf die sozialen und moralischen Implikationen von persönlichen Meinungen und Äußerungen sowie auf das Gut der Meinungsfreiheit. Eat me – Meet me (2010), ein auf einer Performance basierender Film, zeigt ein grundlegendes soziales Element auf: das Interesse an anderen Menschen, auch das Interesse an der äußeren Erscheinung von Menschen, ihren Körpern.

Mehtap Baydu, geb. 1972 in Bingöl, Türkei, lebt und arbeitet in Kassel und Berlin. Zwischen 2005 und 2010 studierte sie Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Prof. Dorothee von Windheim und legte bei ihr und bei Prof. Urls Lüthi ihre Abschlussprüfung ab. Anschließend war sie bis 2011 Meisterschülerin von Prof. Dorothee von Windheim. Sie erhielt Stipendien der Universität und der Braun Stiftung. Zuvor studierte sie von 1997 – 2000 Bildhauerei an der Kunst¬fakultät der Hacettepe Universität in Ankara, Türkei. In 2011 erhielt sie neben einer Projektförderung durch die Dr. Wolfgang-Zippel-Stiftung den UPK – Kunstpreis Kassel. Zu ihren letzten Ausstellungen gehören alèm mar in Montes Carlos, Brasilien, SILENCE im Künstlerhaus Stuttgart (2014), HEUTE HIER – bugün burada im Haus am KLIESTPARK, Berlin, 2013, Nev Nesil: Kafa Kağıdı, Galeri Nev, Ankara, THE UNANSWERED QUESTION. ISKELE2, kuratiert von Rene Block (2013), Berlin, TURKISH ART NEW AND SUPERB in Tanas, Kassel 2010, Spaziergang in der Kunsthalle Fridericianum Kassel und Schnitt/Menge im Kunstverein Weiden (2009).

Kuration: Didem Yazıcı | Lektorat/Übersetzung: Jennifer Fielding | Produktion: Suse Piontek

Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 18 Uhr und nach Vereinbarung
BERLINARTPROJECTS ǀ Mehringdamm 33 ǀ 10961 Berlin ǀ Tel +49 (0)30 24087606-0
info@berlinartprojects.de ǀ www.berlinartprojects.de

Für Pressematerialien und weitere Informationen, kontaktieren Sie:
info@berlinartprojects.de oder 0049 30 240 87 606-0

Über:

BERLINARTPROJECTS
Frau Jennifer Fielding
Mehringdamm 33
10961 Berlin
Deutschland

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web ..: http://www.berlinartprojects.de
email : info@berlinartprojects.de

Im Mittelpunkt der Tätigkeit von BERLINARTPROJECTS steht die intensive Zusammenarbeit mit jungen Künstlern. Mit dem erklärten Ziel, diese aufzubauen, begleitet und fördert die Galerie überwiegend Hochschulabsolventen an der wichtigen Stufe des Eintritts in die Kunstwelt und unterstützt sie auf ihrem Weg. Ein weitere wichtiger Schwerpunkt ist die Ausrichtung auf zeitgenössische Positionen aus Berlin und Istanbul. Im Juni 2012 eröffnet die BERLINARTPROJECTS in Tophane, dem Istanbuler Szenebezirk, in dem sich auch das Museum Istanbul Modern und die Mimar Sinan Universität der Schönen Künste befinden, einen 250 qm großen Showroom unt dem Namen BAP//Istanbul.

Künstler wie Yasam Sasmazer, Ulrich Riedel, Daniel Harms und Meike Zopf gehören zum festen Künstlerstamm und prägen das Programm der Galerie. Das Spektrum umfasst die Medien Skulptur, Installation, Malerei und Fotografie. Außerdem gibt es zahlreiche Kooperationen mit Künstlern sowohl in Berlin als auch international.

Pressekontakt:

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